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Mit dem Strom Schwimmen

Die Story hinter dem erfolgreichen Start-up "ETT Engergy". Mit ihrem "Soulmate" haben die drei Grazer Gründer Photovoltaikanlage für die breite Masse entwickelt.

von Annabell Lutz

 

Die Erfindung

Der „SolMate“ ist eine kompakte Photovoltaikanlage für den Balkon. Die Bedienung ist einfach: Anstatt einer komplexen Installation kann man die kleine Anlage an der Steckdose anstecken. Der Strom wird direkt in den Kreislauf eingespeist – und zwar dann, wenn er benötigt wird. Ein Zwei-Personen-Haushalt kann so 25 Prozent des benötigten Stroms erzeugen. Den Akku der Anlage kann man auch mobil nutzen – etwa beim Campen. Je nach Modell kostet der SolMate 2.400 oder 2.800 Euro.

Die Gründer & ihre Idee

Die drei Gründer Stephan Weinberger, Christoph Grimmer und Florian Gebetsroither (v.l.n.r.)

 

Energie brauchen wir alle. Wie aber kann jede/r zur umweltfreundlichen Stromgewinnung beitragen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Florian, Stephan und Christoph schon während sie an der Technischen Uni Graz Erneuerbare Energien studierten. Den Haken an Photovoltaikanlagen bemerkten sie schnell. Denn Solarpanels konnten sich nur EigenheimbesitzerInnen mit einigem Aufwand zulegen. „Wir wollten eine Lösung für alle“, erklären die Gründer, „eine Solaranlage, die man am Wohnungsbalkon anbringen kann und einfach an die Steckdose anschließt, ohne dafür eine Genehmigung zu brauchen.“ Diese Vision setzten die drei Grazer während und nach ihrem Studium zunächst technisch um. „Besonders schwierig war es, eine Messtechnologie zu entwickeln, die den gewonnenen Strom nur bei Bedarf in den Haushalt einspeist“, erzählen die Gründer. Außerdem sei es eine Herausforderung gewesen, die Stromeinspeisung von anderen Haushalten im selben Gebäude abzugrenzen. Insgesamt 24 Monate brauchten Florian, Stephan und Christoph, um ihre Solaranlage verkaufsfertig zu machen. Im Frühjahr 2017 präsentierten sie schließlich den SolMate und gründeten das Start-up „EET Energy“.

Der Erfolg

Campen und Strom produzieren: Die Entwicklung des österreichischen Unternehmen macht das möglich.

 

Immer wieder machten Florian, Stephan und Christoph bei Start-up-Wettbewerben mit. Schon bald zogen sie die Aufmerksamkeit von Investoren, unter anderen Klaus Fronius, auf sich. Nach und nach konnten die Gründer MitarbeiterInnen anstellen: für die technische Entwicklung, das Produktdesign, die Grafik, das Marketing. Derzeit zählt das Unternehmen 15 MitarbeiterInnen. „Mit der Photovoltaik- und Stromspeicherlösung durch den SolMate ist das Unternehmen am Puls der Zeit“, sagt Jan, der heute fürs Marketing zuständig ist, über das Erfolgsrezept der Gründer. „Auch Menschen in der Stadt wollen umweltfreundliche Energie nutzen. Der SolMate ist für den modernen Stadtbewohner/die moderne Stadtbewohnerin konzipiert: Man kann das Energiespeichergerät unkompliziert am Balkon fixieren und im Falle eines Umzugs einfach mitnehmen. Das gab es in dieser Form bis jetzt noch nicht.“

Der Ausblick

Das Ziel von Florian, Stephan und Christoph ist es, „jedem ein Werkzeug zur Energiewende in die Hand zu geben“. Derzeit ist der Vertrieb des SolMate auf den deutschsprachigen Raum beschränkt. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern, denn das Start-up will den Verkauf in ganz Europa ermöglichen. Bis es soweit ist, wollen die Gründer ihr Team vergrößern, die Technik des SolMates optimieren und die Produktpalette erweitern. EET Energy will etwa auch traditionelle Photovoltaiksysteme produzieren, um Miniatur- und Normalvariante – je nach Kundenwunsch – anbieten zu können.

 

3 Tipps, wie du mit deinem Start-up Investoren gewinnst

1. Nimm an Start-up-Wettbewerben teil, um dich bekannt zu machen und versuche, in Förderprogramme zu kommen. Die bestehen oft nicht nur aus finanziellen Zuschüssen. Du und dein Team könntet so zum Beispiel Büroräume, Mentoring und Marketinghilfe zur Verfügung gestellt bekommen und zudem ein Netzwerk aufbauen.

2. Zeige, dass deine Idee den Nerv der Zeit trifft. Wenn potenzielle Investoren davon überzeugt sind, dass du mit deinem Start-up schnell auf ein neues Bedürfnis antworten kannst, hast du gute Karten.

3. Präsentiere deine Expertise und die Qualifikationen deines Teams. Ihr solltet euch auf eurem Feld sehr gut auskennen, ein klares Ziel vor Augen haben und selbstbewusst auftreten.

Foto: CTT

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