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Das Grazer Start-up Timeular macht Zeiterfassung effizienter

„Zeit ist Geld,“ dachte sich das Grazer Start-up Timeular und machte Zeiterfassung effizienter.

Der futuristische Würfel ZEI° schaut am Schreibtisch gut aus, trackt deinen Arbeitsalltag sekundengenau und spuckt am Ende des Tages eine übersichtliche Auswertung aus.


Die Idee


ZEI° ist das erste physische Gerät, das es möglich macht, die eigene Zeiterfassung schnell, einfach und genau durchzuführen. ZEI° ist ein achtseitiger Würfel, der über Bluetooth mit Computer oder Smartphone verbunden ist. Der oder die BenutzerIn kann individuell jeder der acht Seiten eine Tätigkeit zuweisen – entweder mit einer breiten Auswahl an mitgelieferten Stickern oder mit einem ausradierbaren Stift. Sobald der/die NutzerIn mit der jeweiligen Tätigkeit beschäftigt ist, dreht er oder sie den Würfel auf diese Seite, und ZEI° zeichnet minutengenau auf, was gemacht wird. Über eine App kann die Zeiterfassung in den Kalender eingepflegt werden, sie erstellt zusätzlich personalisierte Reports, was wann und vor allem wie lange getan wurde. Aufgrund dessen können bessere Zeit- und Abrechnungs-pläne erstellt und es kann insgesamt effizienter gearbeitet werden.

 

Foto: (c) Timeular


Die Gründer


Auf die Idee gekommen ist Gründer und CEO Manuel Bruschi, als er eines Nachmittags 2015 mit Freund, Arbeitskollegen und heutigem Co-Founder Manuel Zoderer im Büro saß, um die Arbeitszeiterfassung der Woche niederzuschreiben. „Das eigentlich mühsame Problem ist ja die Zeiteingabe, wir haben das bei uns selbst und auch bei Kollegen beobachtet. Manuel hat sich dann gedacht, dass es da ja auch was Physisches geben müsste, um die Zeitaufwände genauer tracken zu können,“ so Zoderer. Noch am gleichen Wochenende wurde die Idee weitergesponnen, dann wurden mit dem 3D-Drucker erste Prototypen produziert.

 

Zuerst haben wir gar nicht daran gedacht, den Würfel als Produkt zu verkaufen, wir wollten den eher für uns selbst bauen und benutzen,

 

sagt der Gründer heute. Aber als ihr Umfeld auf den ZEI° aufmerksam wurde und Interesse zeigte, holten die beiden ihre Freunde und Industriedesigner Christian Zanzotti und Thomas Wolf mit ins Boot und gründeten. Bruschi hat übrigens Softwareentwicklung und Wirtschaft studiert, Zoderer ebenfalls Softwareentwicklung, Zanzotti und Wolf beide Industrial Design. Bis auf Wolf kommen alle Gründer aus dem gleichen Ort in Südtirol.


Die Geschichte


„Anfang 2016 ist der ‚Enchant.VC Hardware Accelerator‘ in Singapur auf uns aufmerksam geworden. Dort haben wir dann zwei Monate daran gearbeitet, aus dem Prototypen ein Produkt zu machen,“ erzählt Zoderer. Außerdem wurde Timeular dort als eines von vier Start-ups ausgewählt und erhielt ein Investment, mit dem die erste Beta-Serie gestartet werden konnte. Unter allen Interessierten – einer Mailing-Liste von 5.000 Leuten – wurden dann 100 Personen ausgewählt, die in einer kostenpflichtigen dreimonatigen Beta-Phase den ZEI° benutzten und Feedback gaben. Im Herbst konnten die vier Gründer dann von mehr als 3.000 Unterstützern aus 70 Ländern 314.000 Euro durch eine Kickstarter-Kampagne lukrieren. Zeitgleich erhielten sie ein Investment von Pioneers Ventures und Ruvento.

 

 

 

 

Foto: (c) Timeular


Der Ausblick


Das erfolgreiche Jungunternehmen hat bereits knapp 7.000 Kunden, die ZEI° erfolgreich zur Zeitoptimierung nutzen. „Die nächsten Schritte sind jetzt, neben unserer stärksten Absatzregion (DE, AUT, CHE) auch in den USA intensiver aufzutreten. Dort haben wir bis jetzt marketingtechnisch noch nicht so viel gemacht. Außerdem arbeiten wir nach dem anfänglichen Fokus auf Kleinunternehmen nun unter Anwendung von Case Studies daran, ZEI° auch für große Firmen attraktiv zu machen,“ so Manuel Zoderer.

Finanzierungs-Tipps von Co-Founder Manuel Zoderer:
1. Nein sagen können! Auch wenn man manchmal als Gründer verzweifelt ist, sollte man nicht zu jedem Deal „Ja“ sagen.
2. Hartnäckig bleiben! Der erste Kontakt mit möglichen Investoren geht oft schnell, bis zur tatsächlichen Vertragsunterzeichnung kann der Prozess aber langwierig sein. Hier heißt es dranbleiben!
3. Auf den Investor achten! Natürlich muss man beim Investment aufs Geld schauen, aber wichtiger als das ist tatsächlich, dass man mit dem Investor gut zusammenarbeiten kann – da muss auch das Gefühl passen.

Foto: (c) Timeular

Autorin
Alina Lindermuth
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