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Große Arbeitgeber in der Steiermark

Wir stellen Arbeitgeber außerhalb der Ballungszentren vor – für all jene, die es nach dem Studium wieder aufs Land zieht. Dieses Mal im Fokus: Die Steiermark.

Es gibt viele Gründe, ins „grüne Herz Österreichs“ zu ziehen, neben dem offensichtlichsten, sich jeden Tag in Kürbiskernöl zu baden: Endlose Radtouren und Raftingabenteuer. Die steirische Weinstraße. Kulturevents wie die Styriarte, den Steirischen Herbst, oder die Diagonale. Und viele spannende Arbeitgeber, um sich all diese Späße zu finanzieren und irgendwann mal bei den Ennstal Classics einen der Oldtimer selber zu fahren, anstatt immer nur zuzuschauen.

Was die Region zu bieten hat

Grüner See
Seitdem Ashton Kutcher auf Facebook Werbung für das „real-life Atlantis“ machte, ist dieser Zauberort zwar kein wirklicher Geheimtipp mehr, aber definitiv trotzdem einen Ausflug wert. Jedes Frühjahr steigt der Pegel des Sees durch die Schneeschmelze auf bis zu zehn Meter und verschluckt so umliegende Bäume und Gehwege, die aber dank des glasklaren, smaragdgrünen Wassers gut sichtbar bleiben. Wunder-schön unheimlich.

Der Steirer Robert Rosskogler ist Weltrekordhalter im Dauerjodeln.


Schloss Herberstein
Die Anfänge des Schloss Herberstein reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Das Gelände ist heutzutage nicht nur für die barocken Gärten und den idyllischen Tierpark bekannt, sondern auch für die kreative Finanzgebarung von Schlossherrin Andrea Herberstein: 2008 wurde sie wegen schweren Betrugs und Abgabenhinterziehung verurteilt. Danach übernahm das Land den Zoo und die „Gräfin“ trug einige Monate eine Fußfessel. Die steirische Lindsay Lohan sozusagen.


Styrassicpark
Ist zwar schon ein wenig her, aber auch in der Steiermark waren mal Dinos zu Hause. Wer ihnen nachtrauern will, ist im kreativ benannten Styrassicpark richtig. Nach der Besichtigung des größten künstlichen T-Rex-Skeletts der Welt („Es scheint zu leben!“) kann man im benachbarten Baumhaus-hotel übernachten.


Südsteirische Weinstraße
Die Weinstraße schlängelt sich über Platsch und Berghausen in das Herzstück des süd-steirischen Weinlandes. Dort öffnet sich eine unversehrte Wein- und Kulturlandschaft mit Rebhängen, Pappeln, Windrädern und unzähligen Buschenschanken, die man am besten zu Fuß erkundet. Es warat wegen dem Damenspitz.

20% der landwirtschaftlichen Fläche der Steiermark wird rein biologisch genutzt.


Dachstein
Jahrhundertelang galt der Grimming als der höchste Berg der Steiermark, tatächlich ist es mit 2.995 Meter allerdings der Dachstein – den man sich allerdings mit den Oberösterreichern teilen muss. Fast alle Salzkammergutseen gehen auf das Konto des zu Eiszeiten riesigen Dachsteingletschers. Cheers for that!


Nationalpark Gesäuse
Im drittgrößten heimischen Nationalpark kann man im Rahmen von Naturcamps im Wald schlafen, durch die Enns raften oder sich in der parkeigenen Fotoschule der Wildtierfotografie widmen. Selfies kann schließlich jeder.

 Mit 430.000 Stück stehen in der Steiermark mehr Mostäpfelbäume als im Mostviertel.

 

Firmen vor Ort

Sappi Austria
Sappi Austria gehört zur „Sappi Limited“, einem global operierenden Unternehmen der Zellstoff- und Papierindustrie, dessen Hauptsitz sich im südafrikanischen Johannesburg befindet. In der Papiermühle im nördlich von Graz gelegenen Gratkorn wird nur lokal gezogenes Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft verarbeitet – pro Jahr wird daraus eine Million Tonnen Papier erzeugt. Teil der Konzernphilosophie ist es, Führungskräfte intern zu entwickeln – seit mehr als zehn Jahren gibt es zu diesem Zweck auch ein zweijähriges Management-Trainee-Programm, bei dem die jungen Mitarbeiter spannende Einblicke in verschiedene Ableger weltweit erhalten. Weiters gibt es die „Sappi Leadership Academy“: Ein zwölfmonatiges In-House-Programm, das zukünftigen Führungskräften bei der Entwicklung hilft.
Hauptstandort Österreich:
Gratkorn (7.800 Einwohner)
Mitarbeiter: 1.270
Umsatz (2014): 630.526.000

Foto: (c) Sappi Austria


Knapp AG
Gegründet 1952, zählt die KNAPP AG heute zu den weltweit führenden Anbietern im Bereich Lagerautomation und Lagerlogistik-Software. Mit den sogenannten „Open Shuttles“ hat man bei Knapp die nächste Generation fahrerloser Transportsysteme entwickelt. Die freifahrenden Roboter werden für den effizienten innerbetrieblichen Transport und die optimierte Versorgung von Arbeitsplätzen eingesetzt. Trotz der Internationalität ist KNAPP stark in der Steiermark verwurzelt, rund zwei Drittel der weltweit 3.000 Angestellten sind in der Steiermark tätig – davon mehr als 500 im Bereich Software. Die Firmenzentrale befindet sich in Hart bei Graz, drei weitere steirische Standorte in Leoben, Grambach und Dobl.
Hauptstandort Österreich: Hart bei Graz (4.500 Einwohner)
Mitarbeiter: 2.544
Umsatz (2014): 466.300.000

Foto: (c) Knapp


IBS Austria
Die IBS Paper Performance Group ist ein „Hidden Champion“ – einer breiten Öffentlichkeit zwar nicht bekannt, aber dafür in der Branche selbst ein großer Name. IBS Austria ist als weltweiter Zulieferbetrieb der Papier- und Zellstoffindustrie mit einer großen Palette an Produkten und Systemlösungen an vierzehn Standorten zwischen Brasilien und Indonesien vertreten – besonders stark ist man am US-amerikanischen Markt. Die Zentrale befindet sich jedoch weiterhin im Murtal – einer Gegend, die mit Abwanderung und Überalterung zu kämpfen hat. Dem versucht man bei IBS durch aktive Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen entgegenzuwirken – auch als Absolvent einer Lehre kann man bei IBS bis in höhere Ebenen aufsteigen. Und eventuell Schlagerstar werden. Alleineigentümer Klaus Bartelmuss (er kaufte 2012 die Anteile seines Bruders Heinz) ist nämlich leidenschaftlicher Musikmanager und baute so zum Beispiel seinen ehemaligen Mitarbeiter Nik.P zum Schlagerstar auf. Damit nicht genug: Der Unternehmer ist auch der Entdecker von Mountainman und Frauenversteher Andreas Gabalier.
Hauptstandort Österreich:
Teufenbach-Katsch (1.900 Einwohner)
Mitarbeiter: 568
Umsatz (2014): 85.000.000

Foto: (c) IBS Austria


ams AG
Die ams AG ist führender Entwickler und Hersteller von analogen integrierten Schaltkreisen und Sensoren und beliefert unter anderem Apple. Ende März wurde die ams AG mit dem Innovations-Staatspreis 2016 für die Entwicklung von neuartigen Sensoren zur berührungslosen Gestenerkennung ausgezeichnet. Die hausintern entwickelten Sensoren sind in der Lage, 13 unterschiedliche Gesten in acht verschiedene Richtungen zu erfassen – bisherige Modelle konnten maximal vier Richtungen erkennen. Der multinationale Halb-leiterhersteller ist an der Schweizer Börse notiert und in mehr als zwanzig Ländern präsent. In Österreich findet vor allem Forschung und Entwicklung statt – 2015 wurden 17 Prozent des laufenden Umsatzes in diese Bereiche reinvestiert. Die Firmenzentrale befindet sich nur 10km außerhalb von Graz in einem Schloss samt schickem modernen Anbau. Das Unternehmen fördert auch das Verfassen von Abschlussarbeiten im Unternehmen – besonders im Bereich Mikroelektronik.
Hauptstandort Österreich: Premstätten (5.800 Einwohner)
Mitarbeiter: 2.100 Mitarbeiter
Umsatz (2015): 623.100.000

Foto: (c) ams AG


Knill
Die Knill Gruppe teilt sich in die beiden Bereiche Knill Energy und Knill Technoloy und beschäftigt sich mit Komponenten zur Energieübertragung und -verteilung, mit Schaltanlagen und Schranksystemen sowie mit der Herstellung von Fertigungssystemen in Form von Bat-teriemaschinen, Kabel & Draht und Glasfaser. Das Unternehmen, das es seit 1712 gibt, befindet sich noch immer, bereits in der 12. Generation, in Familienhand. Geführt wird die Knill Gruppe von den Brüdern Christian und Georg Knill. Christian hat die Sparte Energy über und Georg ist für den Technology-Bereich zuständig. Einen großen Teil ihrer Geschäfte wickelt die Firma im Ausland ab, neben Europa sind auch die USA, Russland, Saudi Arabien und Indien wachsende Märkte.
Hauptstandort Österreich:
Weiz (11.400 Einwohner)
Mitarbeiter: 710, weltweit 1.830
Umsatz (2014): 250.000.000

Foto: (c) Knill


Pankl Racing Systems
Das Unternehmen Pankl Racing Systems hat die drei Schwerpunkte Racing, Aerospace und High Performance. Im Bereich Motor- und Antriebssysteme im Motorsport ist die Racing Division Marktführer. Die Produktion von Motoren für Luxusautomobile wurde in den letzten Jahren besonders forciert. Die 1985 gegründete Firma legte 2014 ein Rekordjahr hin, in dem der Umsatz um 18 Prozent gesteigert und der Gewinn mehr als verdoppelt werden konnte. Neben dem Hauptstandort in Kapfenberg führt Pankl auch noch die Tochterstandorte in Bruck/Mur, in den USA, Großbritannien, Deutschland, der Slowakei und Japan. Mitarbeiter haben die Möglichkeit, sich durch Job-Rotation auch in den Tochtergesellschaften weiterzubilden.
Hauptstandort Österreich: Kapfenberg (23.000 Einwohner)
Mitarbeiter: 800, weltweit 1.240
Umsatz (2015): 174.000.000

Foto: (c) Pankl Racing Systems


Allnex
Der belgische Konzern ist führender Lieferant von Harzen, Schutz-, Auto- und Speziallacken und -farben. Allnex übernimmt eine Vorreiterrolle im Bereich der Spezialchemie, das Produktsortiment reicht von innovativen Flüssigharzen und Zusatzstoffen über energiehärtendes Harz, Harz-Pulverlacke und Zusatzstoffe bis hin zu sogenannten „Vernetzern“ für die Anwendung auf Holz, Metall, Kunststoff und anderen Oberflächen. Mit 17 Fertigungsstätten, zwölf Forschungs- und Technologiezentren und drei Joint Ventures auf der ganzen Welt bietet man den Kunden reaktionsschnelle lokale Unterstützung und die Möglichkeit, rasch weiterentwickelte Beschichtungslösungen auf den Markt zu bringen. Doch nicht nur den Kunden bietet Allnex eine Vielzahl an Lösungen (Achtung Wortwitz) sondern auch den Mitarbeitern: Im Unternehmen gibt es unterschiedlichste Einsatzbereiche für Logis-tiker, Finanzexperten, Controller, Ingenieure und Chemiker. Egal in welchem Tätigkeitsbereich, großer Wert wird auf die Eigeninitiative der Mitarbeiter aus aller Welt gelegt. Dazu gehört auch, den eigenen Arbeitsbereich kreativ weiterzudenken und so zur Wandlungsfähigkeit des Unternehmens beizutragen.
Hauptstandort Österreich:
Werndorf (2.300 Einwohner)
Mitarbeiter 346, weltweit: über 2.000
Umsatz (2014): 191.194.000,
Unternehmensgruppe: 1,5 Milliarden $

Foto: (c) Allnex


AT&S
Die Austria Technologie & Systemtechnik AG (AT&S) ist Europas führender Leiterplattenhersteller. Mit ca. 8.700 Mitarbeitern (1.300 davon in den zwei steirischen Werken in Leoben und Fehring) entwickelt und produziert AT&S seit über 25 Jahren erfolgreich an sechs Produktions-standorten in Österreich, Indien, China und Korea und ist mit einem umfassenden Vertriebsnetzwerk in Europa, Asien und Nordamerika präsent. AT&S antizipiert zukunftsweisende Trends in der Elektronikindustrie und entwickelt bahnbrechende Leiterplatten-Technologien für die Großserienproduktion. Große Themen sind derzeit etwa die zunehmende Vernetzung von Automobilen, die „Maschine-zu-Maschine“-Kommunikation im Industriesegment, sowie „Wearables“ wie Smartwatches. Neue Mitarbeiter erhalten bei Berufseinstieg ein ausführliches Basistraining, während welchem der gesamte Produktions-prozess von Leiterplatten sowie der Aufbau des Unternehmens vermittelt werden. Mitarbeiter dürfen individuelle Coachings und Weiterbildungen in Anspruch nehmen. Zudem steht eine große Bandbreite an internationalen Einsatzmöglichkeiten sowohl im kaufmännischen als auch im technischen Bereich zur Auswahl.
Hauptstandort Österreich: Leoben (25.000 Einwohner)
Mitarbeiter: 8.700 Mitarbeiter
Umsatz (2014): 667.010.000

Foto: (c) AT&S


Jerich Austria
Das 1969 von Herbert Jerich gegründete Unternehmen hat sich von einem kleinen LKW-Unternehmen zu einem der weltweit präsentesten Logistiker entwickelt. Jerich International befindet sich zu 100 Prozent im Besitz des Gründers (der auch noch immer als CEO fungiert) und ist auf maßgeschneiderte Transportlösungen von Tür zu Tür spezialisiert. Das Headquarter ist in Gleisdorf in der Oststeiermark zu finden – Dependancen hat man quer durch Europa, unter anderem in Portugal und Tschechien sowie in den USA. In der Nähe von Essen betreibt Jerich für Sappi ein großes Logistikzentrum am Rhein.
Hauptstandort Österreich:
Gleisdorf (10.500 Einwohner)
Mitarbeiter: 710
Umsatz (2014): 191.000.000

Foto: (c) Jerich


STÖLZLE Glasgruppe
Das auf Verpackungsglas spezialisierte Unternehmen wurde 1805 als einfache Glashütte gegründet. Heute stellt man hochwertige Glasflaschen und Flakons für Spirituosen und Par-fums her und ist auch im Nahrungsmittel- und Pharmaziebereich vertreten. Namhafte Marken wie Bulgari, Armani oder Pernod Ricard lassen hier ihre Glasverpackungen fertigen. Die Abteilung „Medical Laborglas“ versorgt vor allem private und staatliche Forschungseinrichtungen und Labors sowie Apothekengroßhändler mit medizinischen Artikeln und Einwegprodukten. Die Fertigungswerke liegen nicht nur in der Steiermark, sondern auch in Großbritannien, Frankreich, Tschechien und Polen. Zusätzliche Vertriebsniederlassungen hält man in den USA und Russland. Die Exportquote liegt bei 94 Prozent und man ist in über 80 Ländern am Markt präsent. Vor allem in der Technik bzw. Produktion werden verstärkt Praktika angeboten.
Hauptstandort Österreich: Köflach (10.000 Einwohner)
Mitarbeiter: 2.200 Mitarbeiter (400 davon in Köflach)
Umsatz (2014): 296.000.000

Foto: (c) Stölzle


IBIDEN
Die Porzellanfabrik Frauenthal bei Deutschlandsberg ist nur eine halbe Stunde von Graz entfernt und eignet sich somit auch für jene, die dem Stadtleben noch nicht ganz ab-geschworen haben. Das 1921 gegründete Unternehmen gehört seit 2012 zur weltweit operierenden „Ceram IBIDEN Gruppe“. Im Zuge der Expansionsstrategie wurden Tochterfir-men in den USA, Südkorea und China gegründet. Am steirischen Standort werden vor allem Produkte aus technischer Keramik, wie Wärmespeicher und SCR-Katalysatoren produziert, die in Kraftwerken, Müllverbrennungsanlagen und Nutzfahrzeugen eingesetzt werden.
Hauptstandort Österreich:
Frauental an der Lassnitz
(2.800 Einwohner)
Mitarbeiter: 380
Umsatz (2014): 74.731.000

Headerbild: (c) Marblehouse

Autor
Jakob Bergmann
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