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Gestern, heute und morgen: Das Automobil

Auf der Überholspur. 


VON GESTERN


Das Automobil
Erinnert an eine langsame Atombombe: Was 1886 als geniale Erfindung des Deutschen Carl Benz begann, bringt uns langsam aber sicher um. So sind die 1,3 Milliarden Kraftfahrzeuge weltweit für 23 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich, bis 2050 sollen sich diese Zahlen sogar noch verdoppeln. Laut WKO sterben jedes Jahr 1,2 Millionen Menschen an den direkten Folgen von Verkehrsunfällen, und zahlreiche Studien zeigen, dass der Verkehr einer der Hauptverursacher für die Feinstaub-Belastung ist. Während das Auto in den 50er- und 60er-Jahren noch als Wohlstandsindikator gefeiert wurde, wird es heute immer häufiger aus den Großstädten verbannt. Fußgängerzonen, Umweltplaketten und ein Fahrverbot für Dieselmotoren zeigen, dass sich GTI-Fahrer eben doch am liebsten im Kreis drehen.


VON HEUTE


Carsharing
Weil kein Auto – vor allem am Land – aber auch keine Lösung ist, entstanden seit der Jahrtausendwende Elektroautomobilhersteller wie ‚Tesla‘ oder die oberösterreichischen Entwickler von Akkumotoren ‚Kreisel Electric‘. Trotzdem bleiben die 9.073 in Österreich angemeldeten Elektroautos im Vergleich zu 4,8 Millionen Fahrzeugen bislang die absolute Ausnahme. Erfolgreicher ist da in Wien das Carsharing-Unternehmen ‚car2go‘ mit inzwischen rund 130.000 Mitgliedern und 670 Fahrzeugen. Auch ‚DriveNow‘ hatte im August 2016 nach eigenen Angaben 65.000 Kunden. Der dritte Anbieter ‚Zipcar‘ musste hingegen sein Angebot im Juli einstellen. Die Idee ist gut, blöd nur, wenn immer dort, wo Fahrzeuge benötigt werden, gerade keine sind und das Fahrgebiet in Wien endet.


VON MORGEN


Selbstfahrende Elektro-Taxis
Da wäre es doch gescheit, wenn die geparkten Autos selbstständig in jene Gebiete fahren, in denen sie am dringendsten benötigt werden. Die ÖBB hat bereits im Jahr 2015 im Zuge des Forschungsprojekts ‚SynArea‘ ein neues, optimiertes Carsharing-System für ländliche und suburbane Regionen konzipiert und im nördlichen Wiener Becken und dem Mittelburgenland getestet. Die Fahrzeuge konnten führerscheinfrei verwendet und auf dem Rückweg zu Gespannen gekoppelt werden. Eine andere Studie hat ergeben, dass selbstfahrende Autos 90 Prozent des Fahrzeugbestandes von Carsharing-Anbietern überflüssig machen. Google, übrigens auch an Uber beteiligt, testet bereits seit 2014 selbstfahrende Elektroautos ohne Lenkrad, Bremse und Gaspedal, die als Transportkapseln schon bald unsere Straßen sicherer machen könnten.

Fragen über Fragen:
Wie veraltet ist der Diesel?
Wie schaut die Mobilität der Zukunft aus?
Und mit welchen Ideen könnte dein Start-up so richtig durchstarten?
Wir schauen in den Rückspiegel und geben ordentlich Gas.

Foto: (c) Steinar England via Unsplash

Autor
Jakob Bergmann
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