Über Geld spricht man doch! Wie du erfolgreich eine Gehaltsverhandlung führst

Egal, ob im Bewerbungsprozess oder in deinem momentanen Job: Früher oder später kommst du mit Gehaltsverhandlungen in Berührung, auch wenn diese meist lieber gemieden werden würden. Verständlich.

Simpel betrachtet ist es doch eigentlich alles andere als schwierig, oder? Einmal tief durchatmen, ohne zu klopfen die Tür aufmachen, mit selbstsicherer Stimme auf den Vorgesetzten zugehen und eine Gehaltserhöhung verlangen.

Das könnte allerdings gewaltig schiefgehen und die Gesprächseröffnung plump wirken lassen. Willst du einer solchen Situation doch lieber aus dem Weg gehen und eine professionelle Gehaltsverhandlung führen, haben wir hier die wichtigsten Dos and Don’ts für erfolgreiche Gehaltsverhandlungen sowie Tipps vom Experten Florian Märzendorfer für dich!

STEIL: Welche Dos and Don’ts gibt es bei Gehaltsverhandlungen?
Florian Märzendorfer: Der Erfolg ist von der richtigen und ausreichenden Vorbereitung abhängig. Wer sich nur eine halbe Stunde auf das Gespräch vorbereitet, wird scheitern oder verlässt sich auf Glück und Hoffnung. Hoffnung ist jedoch keine Strategie. Man punktet mit guten Argumenten – die bevorstehende Hochzeit, die langjährige Firmenzugehörigkeit oder der Kollege, der auch mehr bekommen hat, sind keine Gründe für eine Gehaltserhöhung. Es geht um die eigene Leistung. Diese soll bei jeder Verhandlung im Vordergrund stehen.


STEIL: Ich bekomme gleich ein „Nein, das geht nicht“ – wie soll ich reagieren?
Märzendorfer: Die Frage ist, an welchem Punkt diese Aussage kommt. Die Gehaltsverhandlung beginnt nicht bei der Bitte nach mehr Gehalt, sondern am ersten Arbeitstag. Wenn ich die letzten sechs Monate daran gearbeitet habe, ein unentbehrlicher Mitarbeiter zu werden und meine Ziele erreicht habe, dann wird es selten ein „Nein, das geht nicht!“ ohne Begründung geben. Wenn doch, dann sollte die Antwort sein: „Warum nicht?“ Auf der Antwort basierend kann die weitere Argumentation
aufgebaut werden.

STEIL: Was sind die häufigsten Argumente GEGEN eine Gehaltserhöhung (seitens der Arbeitgeber) und wie kann ich diese entkräften?
Märzendorfer: Eines der häufigsten Gegenargumente ist zum Beispiel: „Das geht sich im Budget nicht aus.“ Eine gute Replik hierauf ist: „Ich verstehe die budgettechnischen Bedenken. Aber ist es nicht gerade in schwierigeren Zeiten entscheidend, dass Mitarbeiter, die außerordentlich gute Arbeit vollbringen, auch fair entlohnt werden? Wir haben bereits besprochen, was ich in den letzten Monaten für das Unternehmen geleistet habe. Was können wir also machen, damit wir eine gute Lösung für uns beide finden?”

STEIL: Wie häufig sollte ich ein Gespräch zu einer Gehaltserhöhung führen und wann ist der geeignete Zeitpunkt?
Märzendorfer: Das ist vom Unternehmen abhängig. Aber einmal im Jahr kann und sollte das Gehalt in jedem Fall verhandelt werden. Der Zeitpunkt ist grundsätzlich egal, solange man kontinuierlich daran arbeitet, unentbehrlich zu werden. Natürlich sollte die Verhandlung aber vor der Budgeterstellung fürs nächste Jahr angesetzt sein. Ansonsten ist das erste Argument, dass das Budget für nächstes Jahr schon fertig ist. Diese Hürde sollte man also aus dem Weg räumen, indem man den Termin deutlich vorher ansetzt.

STEIL: Wie viel Prozent mehr sollte ich verlangen, damit ich mit der Erhöhung zufrieden bin?
Märzendorfer: Das ist leider pauschal nicht zu beantworten, da es unter anderem von mir selbst, dem Unternehmen und meinem Gehalt im Marktvergleich abhängt. Zehn Prozent kann viel oder wenig sein. Grob empfehle ich folgende Richtwerte: Eine kleine Erhöhung liegt zwischen einem und fünf Prozent. Eine gute Erhöhung bewegt sich bei sechs bis 15 Prozent. Eine
sehr gute Erhöhung ist ab 15 Prozent aufwärts. Teilnehmer unseres Online-Kurses „Einfach mehr Gehalt“ haben aber auch schon 30 Prozent geschafft. Die waren zuvor aber definitiv unterbezahlt. Abschließend noch eine wichtige Sache: Bewahre immer die Ruhe! Verhandlungen werden des Öfteren hitzig – bleibe trotzdem sachlich. Reagiere überlegt und in aller Ruhe – in der Regel geht nämlich die ruhigere Verhandlungspartei als Sieger hervor.

Über FiP.S
Das Fintech FiP.S ist der Spezialist für Karriere und Finanzplanung von JungakademikerInnen. Das Linzer Unternehmen wurde 2016 gegründet, die Onlineplattform www. fip-s.at startete 2017. FiP.S bietet KlientInnen über persönliches Online Videocoaching smarte und faire Beratung mit speziellem Zielgruppen-Know-how zu allen Fragen rund um Versicherungen, Vorsorge, Vermögensaufbau, Finanzierung und Investments.

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Autorin
Stefanie Zottl
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